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Prozess wegen Mord an kritischem Journalisten in Istanbul

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Prozess wegen Mord an kritischem Journalisten in Istanbul

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In Istanbul ist der Prozess wegen des Mordes an dem türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink eröffnet worden. 18 Angeklagte aus ultra-nationalistischen Kreisen müssen sich vor dem Schwurgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafen bis zu lebenslang. An der Prozesseröffnung nahmen auch Hinterbliebene des Ermordeten teil.

Die Anwältin von Dinks Familie, Fethiye Cetin kritisierte das Verfahren: Schon die Ermittlungen hätten deutlich gemacht, dass es keinen fairen Prozess geben werden, sagte sie; die türkische Justiz müsse zunächst einmal von ihren Fesseln befreit werden; das sei die wichtigste Aufgabe.

Dink war den Nationalisten verhasst, weil er die Massaker an den Armeniern am Ende des Osmanischen Reiches als Völkermord bezeichnet hatte. Im vergangenen Januar wurde er in Istanbul auf offener Straße erschossen. Da der mutmaßliche Täter noch nicht 18 Jahre alt ist, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten rund eintausend Menschen für demokratische und rechtsstaatliche Verhältnisse. Nach dem Mord waren Verbindungen zwischen rechtsradikalen Banden und den Sicherheitskräften zu Tage gekommen, doch bei dem Prozess muss sich keiner der Militärs verantworten.