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Afghanistan-Konferenzteilnehmer fordern Reduktion der zivilen Todesopfer

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Afghanistan-Konferenzteilnehmer fordern Reduktion der zivilen Todesopfer

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Führende Politiker und Experten aus aller Welt haben eine Stärkung des korrupten Justizsystems in Afghanistan gefordert. Daneben ging es bei der Internationalen Konferenz in Rom auch um die hohe Zahl ziviler Opfer, derentwegen die NATO den Rückhalt in der Bevölkerung zu verlieren droht. Der afghanische Präsident Hamid Karsai sagte, gerade für die Afghanen im Süden, die Mord und Zerstörung durch Terroristen erlebten, aber auch mitansehen müssten, wie Zivilisten bei Anti-Terror-Operationen starben, habe sich der Ruf nach Gerechtigkeit zu einer trostlosen Illusion reduziert.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon verwies auf die dringende Notwendigkeit für die Alliierten, die Zahl ziviler Todesopfer zu reduzieren: “Die unabhängige Menschenrechtskommission hat beunruhigende Vorfälle mit zivilen Opfern dokumentiert, die bei Einsätzen der alliierten Truppen starben.” NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte, jedes Todesopfer sei eines zu viel. Die Konferenzteilnehmer appellierten an die alliierten Truppen, bei Bombardierungen zivile Opfer nach Möglichkeit zu vermeiden.

Erst vor wenigen Tagen waren bei einem US-Luftangriff rund 130 Menschen getötet worden, darunter auch zahlreiche Frauen und Kinder. Insgesamt starben seit Jahresbeginn rund 600 Zivilisten in Afghanistan – mehr als die Hälfte von ihnen bei Operationen der NATO- oder der US-Truppen.