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Ärzte als Täter -ö der Schock in Großbritannien

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Ärzte als Täter -ö der Schock in Großbritannien

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“Teufels-Doktor” titelt eine britische Zeitung. Menschen, denen man in der Not sein Leben anvertraut, sollen eiskalte Mörder sein? Das ist so makaber wie unfassbar” Und doch: unter den bisher acht im Zusammenhang mit den Anschlägen von London und Glasgow festgenommenen Personen sind vier Ärzte.

Der Mann, der am Wochenende den brennenden Wagen in den Flughafen von Glasgow fuhr, liegt nun mit schweren Verbrennungen in jenem Krankenhaus, in dem sein Mittäter gearbeitet hat. Bei dem soll es sich um den 27jährigen Diabetes-Spezialisten Bilal Abdullah handeln, einen Iraker, der seit 2004 am Royal Alexendra Hospital im Westen von Glasgow Dienst tat. Er soll neben dem schwer verletzten Fahrer gesessen haben.

Am gleichen Tag, am Samstag, dem 30. Juni, wurden gegen 21 Uhr 15 auf der Autobahn M 6 in der Grafschaft Cheshire in Mittel-England ein Mann und eine Frau festgenommen. Im Zusammenhang mit den mißlungenen Anschlägen

Zwei Tage später erfuhr die Öffentlichkeit die Namen der beiden: Mohammed und Marwah Asha. Er Neurologe, sie Laborassistentin. Beide Jordanier palästinensischer Herkunft, beide beim staatlichen Gesundheitsdienst beschäftigt. Sie sind seit 2004 verheiratet und haben einen zwei-einhalb-jährigen Sohn. Seit ihrer Ankunft in Großbritannien 2005 haben sie hier an der Universitäts-Klinik von North Staffordshire gearbeitet.

Ihre Patienten und deren Angehörige können es nicht fassen. Der entsetzte Vater eines Patienten meint, der müsse sehr stark an seine Ziele geglaubt haben, wenn er in einer Woche versuche, Menschen das Leben zu retten und in der anderen Woche, Menschen in die Luft zu sprengen, sie so zuzurichten, dass sie ins Krankenhaus müssten, in dem er arbeitet.

Fassungslos ist auch der Vater des Neurologen Mohammed Asha. Zuhause in Jordanien betont er immer wieder, er könne nicht glauben, was man seinem Sohn da vorwerfe. Er sei sich sicher, dass sein Sohn nichts damit zu tun habe, denn daheim in Jordanien sei der niemals mit Aktivitäten dieser Art in Berührung gekommen.

Jugendfreunde des Sohnes werden allerdings mit dem Hinweis zitiert, bei seinem letzten Besuch in der Heimat 2006 sei er ihnen sehr verändert vorgekommen.