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Japans Verteidigungsminister nach umstrittenen Hiroshima-Äußerungen zurückgetreten


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Japans Verteidigungsminister nach umstrittenen Hiroshima-Äußerungen zurückgetreten

Der japanische Verteidigungsminister Fumio Kyuma ist zurückgetreten. Weil er die Atombombenabwürfe der USA 1945 über Hiroshima und Nagasaki verteidigt hatte, war Kyuma zuvor heftig kritisiert worden, auch in Regierungskreisen. Drei Wochen vor den Parlamentswahlen bedeutet der Rücktritt des Ministers einen weiteren Rückschlag für Ministerpräsident Shinzo Abe. Der Regierungschef hat derzeit die schlechtesten Umfragewerte seiner Amtszeit.

Der Verteidigungsminister (der selber aus Nagasaki stammt) hatte die Atombombenabwürfe als unvermeidlich bezeichnet: Sie hätten dem Zweiten Weltkrieg ein Ende bereitet und den Kriegseintritt der Sowjetunion gegen Japan verhindert. Nach der Kritik entschuldigte sich Kyuma und zog seine Bemerkungen zurück.

Das Thema ist in Japan durch die Opferperspektive bestimmt: Zwar denken viele, Japan habe mit seinem Angriffskrieg Unrecht begangen. Doch der Einsatz der Atombombe wird als Kriegsverbrechen der USA gesehen.

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