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Liberias Ex-Präsident Charles Taylor erscheint erneut vor Gericht

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Liberias Ex-Präsident Charles Taylor erscheint erneut vor Gericht

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Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte frühere Präsident Liberias, Charles Taylor, ist unerwartet wieder vor Gericht erschienen. Er hatte das in Den Haag tagende Sondertribunal zwei Mal mit der Begründung boykottiert, seine Verteidigung sei finanziell und personell zu schwach. Daraufhin hatte das Gericht entschieden, das Verfahren bis zum zwanzigsten August auszusetzen. Der frühere Präsident Liberias gilt als einer der brutalsten Kriegsverbrecher Afrikas. Taylor bezeichnete sich erneut als nicht schuldig. Ihm werden Anstiftung zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Vergewaltigung und Ausrottung vorgeworfen. Die Anklage bezieht sich jedoch nur auf die Zeit zwischen 1996 und 2003 und nur auf Taten, die in Sierra Leone begangen worden sein sollen. Für die in Liberia begangenen Kriegsverbrechen liegt bisher keine Anklage vor.

Taylor soll von Liberia aus während des Bürgerkriegs im Nachbarland eine äusserst brutale Rebellengruppe mit Geld und Waffen versorgt haben. Finanziert wurde der Bürgerkrieg durch den illegalen Handel mit Diamanten.