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EU will Beziehungen zu Brasilien verstärken.

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EU will Beziehungen zu Brasilien verstärken.

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Bisher pflegt Europa nur mit den USA, Kanada, Russland und China enge strategische Verbindungen. Bald könnte auch Brasilien Zutritt zu diesem Kreis erhalten. Besonderes Interesse hat die EU an einer Zusammenarbeit in Energiefragen, da Brasilien neben den USA weltgrösster Produzent von Biodiesel ist und bei alternativem Treibstoff eine Vorreiterrolle einnimmt.
Experten zufolge wird sich die Produktion von Ethanol auf Maisbasis in den kommenden zehn Jahren auf 44 Milliarden Liter pro Jahr verdoppeln.

“Wir wollen den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf 20 Prozent anheben”, erklärt dieser für Brasilien zuständige EU-Abgeordnete. “Das ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, das Importe aus anderen Teilen der Welt erfordert. Brasilien wird zweifellos einen bedeutenden Anteil in der künftigen Energiepolitik haben.”

Schon jetzt ist Brasilien Haupthandelspartner der EU in Lateinamerika. 2006 belief sich der Handelsaustausch zwischen den beiden Partnern auf rund 37 Milliarden Euro. Damit lässt das südamerikanische Land Mexiko deutlich hinter sich, das trotz eines Freihandelsabkommens mit Europa lediglich 10 Milliarden Euro in die Gemeinschaft exportierte.

“Wahrscheinlich wird es eine verstärkte Partnerschaft zwischen Europa und Lateinamerika geben – ausgehend vom grössten Land des südamerikanischen Kontinents”, so der Leiter des Instituts für Europastudien an der freien Universität in Brüssel. “Allerdings besteht das Risiko, dass diese individuelle Partnerschaft mit Brasilien die Beziehungen zu den anderen lateinamerikanischen Staaten erschweren könnte. Und das will die portugiesische EU-Ratspräsident natürlich vermeiden.”

Nach Ansicht der brasilianischen Regierung dürfte das Abkommen mit der EU den festgefahrenen Verhandlungen Europas mit der Südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur jedoch eher förderlich sein.