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Streit um US-Raketenabwehr - Russland droht mit Stationierung in Kaliningrad

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Streit um US-Raketenabwehr - Russland droht mit Stationierung in Kaliningrad

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Im Streit um die geplante US-Raketenabwehr in Mitteleuropa fährt Russland stärkere Geschütze auf. Moskau drohte damit, eigene Raketen in Kaliningrad zu stationieren, sollten die USA nicht auf russische Kompromissvorschläge eingehen. Russland befürchtet, dass das geplante System nicht nur so genannte Schurkenstaaten wie den Iran, sondern auch sein eigenes Territorium überwachen könnte. Moskau hatte deshalb eine weit reichende Zusammenarbeit angeboten.

Die russischen Vorschläge würden jedoch hinfällig, sollten die USA tatsächlich ihre Raketenabwehr in Polen und Tschechien installieren, sagte der russische Vize-Ministerpräsident Sergej Iwanow in der usbekischen Hauptstadt Taschkent.

Die russische Enklave Kaliningrad liegt an der Ostsee zwischen Polen und Litauen. Dort stationierte Raketen wären direkt auf europäische Staaten gerichtet.

Der russische Präsident Vladimir Putin hatte US-Präsident George W. Bush am Montag den Aufbau einer gemeinsamen Radarstation in Südrussland angeboten. Außerdem schlug er vor, die NATO und die EU mit einzubeziehen. Bushs nannte die Vorschläge Putins “innovativ”, bestand aber darauf, das Raketenschutzschild wie geplant in Mitteleuropa zu errichten.