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Trotz Kritik der Umweltschützer: EU und Brasilien setzen auf mehr Nutzung von Biokraftstoffen

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Trotz Kritik der Umweltschützer: EU und Brasilien setzen auf mehr Nutzung von Biokraftstoffen

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Brasiliens Präsident Lula da Silva hat in Europa die Werbetrommel für Biokraftstoffe gerührt. Bei einer internationalen Konferenz zum Thema in Brüssel lief er damit offene Türen ein: Die EU will bis 2020 ein Zehntel ihres Treibstoff-Bedarfs durch Biokraftstoffe decken. Brasilien, Nummer eins bei der Ethanol-Herstellung, hat durch die Nutzung von Ethanol aus Zuckerrohr seine Abhängigkeit von Ölimporten drastisch senken können.

Bei Umweltorganisationen sind Biokraftstoffe jedoch umstritten. Lula da Silva hielt dem entgegen: “Zwanzig Länder produzieren Energie für ungefähr 200 Länder. Mit der Nutzung von Biokraftstoffen könnten über 100 Länder Energie produzieren und dadurch könnte der Zugang zu Energie demokratisiert werden.”

Umweltschützer kritisieren, dass der Anbau von Zuckerrohr und anderen Rohstoffen für die Biokraftstoffe die Abholzung der Regenwälder vorantreibt – und so also auch den Treibhauseffekt verstärkt. Außerdem gehe er zu Lasten der Lebensmittelproduktion.

Doch Außenpolitik-Kommissarin Benita Ferroro-Waldner ist überzeugt: “Wenn wir es richtig managen, wenn wir versuchen, unsere Märkte zu öffnen und die Entwicklungsländer die Chance haben, ihre landwirtschaftliche Produktion auszuweiten, werden sie davon profitieren.”

Bislang tanken die Europäer kaum ein Prozent Biokraftstoffe. Bei der Konferenz in Brüssel machten sich EU-Politiker wie auch Brasiliens Präsident für eine nachhaltige, umweltverträgliche Produktion dieser Treibstoffe stark. Jene ist laut Greenpeace bislang nur selten der Fall.