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650 Jahrfeier Karlsbrücke in Prag

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650 Jahrfeier Karlsbrücke in Prag

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Zahlen haben in der Goldenen Stadt schon immer eine Rolle gespielt: Deswegen erreichte der Festakt zum Geburtstag der Prager Karlsbrücke pünktlich um 5 Uhr 31 seinen Höhenpunkt. Auf die Minute genau vor 650 Jahren hatte Böhmens König Karl IV. ihren Grundstein gelegt. Den günstigsten Zeitpunkt hatte er von seinen Astrologen festlegen lassen. Traditionell mittelalterlich stießen Prags Bürgermeister Pavel Bem und der Großmeister des Kreuzritterordens, Jiri Kopejsko, an diesem Montag mit Met auf die Karlsbrücke an. Später folgte eine Messe.

Zu ihrer Entstehung war sie eine der größten Brücken ihrer Zeit: Mit rund 515 Metern Länge und etwa 9 Metern Breite. Gebaut wurde sie vom deutschen Architekten Peter Parler aus Schwäbisch Gmünd. Drei Jahre nach seinem Tod konnte die Karlsbrücke 1402 vollendet werden. Etwa 400 Jahre lang war sie die einzige Verbindung über die Moldau zwischen Altstadt und Burg.

Sie gilt als Meisterwerk der gothischen Kunst. Zwischen zwei Brückentürmen ruhen 16 Bögen auf 15 Pfeilern. Die 31 Skulpturen wurden erst Jahrhunderte später aufgestellt. Da die 4 Millionen Touristen, die die Karlsbrücke jährlich überqueren, ihre Spuren hinterlassen haben, sind die Statuen mittlerweile mit einem elektronischen Warnsystem ausgestattet. 1965 wurde die Karlsbrücke Fußgängerzone. Beliebt ist sie nicht nur bei Touristen, sondern auch bei den Tschechen selbst.

Bald muss die Attraktion zwar restauriert werden – geplant sind Arbeiten von 13 Jahren. Aber für Touristen soll ein kleiner Korridor offen bleiben.