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Konferenz in Brüssel diskutiert Trans-Sahara-Gaspipeline

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Konferenz in Brüssel diskutiert Trans-Sahara-Gaspipeline

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Die Europäische Union will mittelfristig ihre Energie aus immer mehr Quellen beziehen. Weg vom arabischen Öl und weg vom russischen Erdgas, lautet die Devise. Eine Alternative heisst Afrika. Wie dies funktionieren kann, dazu gab jetzt in Brüssel eine Konferenz Aufschluss, zu der Algerien und Nigeria angeregt hatten.

Speziell ging es um die Vorstellung des Trans-Sahara-Gaspipeline-Projekts, das bis 2015 realisiert werden soll. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs unterstrich die Bedeutung der Diversifizierungsstrategie. Die Trans-Sahara-Pipeline könne dabei eine vielversprechende Rolle spielen.

Ausgangspunkt der 4300 Kilometer langen Pipeline ist das Niger-Delta im OPEC-Land Nigeria. Von dort aus geht es nach Norden an die algerische Mittelmeerküste. Als Zielterminal kommen nach derzeitiger Planung zwei Orte im Westen oder im Osten des Landes in Frage. Die Gesamtkapazität der Pipeline soll sich auf rund 30 Milliarden Kubikmeter belaufen.

Bislang allerdings existiert das Projekt nur auf dem Reißbrett. Ziel der Brüsseler Konferenz war es, das Vorhaben zu diskutieren und die Machbarkeit zu prüfen. Außerdem suchen die beteiligten Staaten, Nigeria, Niger und Algerien noch Investoren.

Für die EU ist der Zugang zu den Erdgasreserven Nigerias von großer Bedeutung. Denn durch die steigende Nachfrage wächst die Abhängigkeit von Gasimporten. Experten schätzen, dass die Einfuhren 2030 etwa 85 Prozent des Gasverbrauchs in der EU ausmachen – im Jahr 2000 waren es noch 50 Prozent.