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Verfahren wegen Kriegsverbrechen gegen General der bosnischen Muslime eröffnet

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Verfahren wegen Kriegsverbrechen gegen General der bosnischen Muslime eröffnet

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Vor dem internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien ist das Verfahren gegen einen der wenigen muslimischen Angeklagten eröffnet worden. Dem ehemaligen General Rasim Delic werden Kriegsverbrechen vorgeworfen. Unter anderem geht es um die Erschießung von mehr als zwanzig bosnischen Kroaten im Dorf Maline im Juni 1993 – sowie um die Misshandlung von serbischen Kriegsgefangenen in Kamenica im September 1995.

Als ehemaliger Befehlshaber einer Truppe bosnischer Muslime habe Delic von den Verbrechen gewusst oder wissen können, so die Anklage. Er habe jedoch nichts unternommen, um die Verantwortlichen zu bestrafen. Delic, der sich dem Tribunal vor knapp zweieinhalb Jahren selbst stellte, plädierte für nicht schuldig.

Die Anklage hatte zuvor versucht, das Verfahren nach Sarajewo zu verlegen. Das Vorhaben war aber bereits vergangene Woche zurückgewiesen worden. Vor dem internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien sind derzeit noch zwei Berufungsverfahren gegen Muslime anhängig.