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Chinesischer Gesundheitsskandal mit drastischen Konsequenzen

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Chinesischer Gesundheitsskandal mit drastischen Konsequenzen

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Mit der Hinrichtung eines hochrangigen ex-Behördenchefs hat China ein Exempel im Kampf gegen die Korruption statuiert. Zheng Xiayo, früherer Leiters der chinesischen Lebensmittelbehörde, wurde am Dienstag exekutiert, nachdem seine Berufung gegen das Todesurteil vom Mai abgelehnt worden war. Acht Jahre lang stand Xiayo der Behörde vor, bevor er 2005 entlassen wurde. Der Grund: die systematische Zulassung unzureichend untersuchter Medikamente nach Zahlung von Schmiergeldern.

Von acht chinesischen Pharma-Konzernen hat Xiyao dem zuständigen Gericht zufolge rund 620.000 Euro für seine Autorisationen erhalten. Autorisationen, mit zum Teil tödlichen Konsequenzen: 11 Menschen starben im Jahr 2006 an den Folgen der Einnahme eines Medikaments, das unzulässigerweise ein Nierengift enthielt. Ein Antibiotikum mußte nur kurze Zeit später vom Markt genommen werden, da Patienten mit analphylaktischen Schocks reagierten – schweren allergischen Reaktionen, die lebenswichtige Organe betreffen. Zwei Jahre zuvor starben 13 Kleinkinder an Folgen von Unterernährung. Ihnen war Milchpulver verabreicht worden, dem wichtige Nährstoffe fehlten.

Das Vertrauen der Chinesen in ihre Pharma-Industrie, die große Gewinne abwirft, sank beträchtlich. Die Alarmglocken läuteten jedoch im Ausland, wo ebenfalls Fälle von mangelnder Lebensmittel- und Arzneisicherheit chinesischer Produkte auftraten. Im Mai hatten die US-Behörden zwei chinesische Exporteure ausfindig gemacht, die mit Melamin verunreinigte Weizengluten für Tierfutter ins Ausland lieferten. Jenseits des Atlantik werden diese für den Tod von Katzen und Hunden verantwortlich gemacht, die Einnahme der Melamin-Produkte führt in der Regel zum Nierenversagen bei Haustieren. Die betroffenen Firmen sollen Ausfuhrinspektionen umgangen haben.

Für noch mehr Unruhe sorgten Fälle in Panama und der Dominikanischen Republik. Rund 6.000 Zahnpastatuben aus China enthielten dort Diethylenglykol, die gleiche Substanz die in den 80er Jahren in gepanschtem Wein in Deutschland und Österreich gefunden wurde. Der Tod von rund hundert Menschen in Panama 2006 wurde zudem auf chinesischen Hustensirup zurückgeführt, der ebenfalls Diethylenglykol enthielt.

Kurz vor den Olympischen Spielen in Peking scheint China jetzt zum Handeln bereit: 14 Unternehmen wurden auf eine schwarze Liste gesetzt und die Behörden entzogen ihnen die Ausfuhrerlaubnis.