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Villepin erneut vor Untersuchungsrichter

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Villepin erneut vor Untersuchungsrichter

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In der Clearstream-Affäre könnte dem ehemaligen französischen Premierminister ein Prozess bevorstehen. Wie er selbst bekannt gab, luden ihn die Ermittlungsrichter für den 27. Juli erneut vor. Villepin, der weiter seine Unschuld beteuert, muss die Richter nicht anerkennen. Dann könnte ihm nur der Republikanische Gerichtshof den Prozess machen – das einzige Organ, das über einen ehemaligen Minister richten darf.

Anscheinend haben sich die Beweise verdichtet: Ermittler durchsuchten vor wenigen Tagen Villepins Wohnsitz und Büro. Vorausgegangen waren belastende Funde auf einem Laptop des ehemaligen Geheimdienstgenerals Phillipe Rondot. Demnach soll Villepin dafür gesorgt haben, dass erfundene Vorwürfe gegen den damaligen Innenminister Nicolas Sarkozy publik wurden.

Damals waren gefälschte Kontolisten der luxemburgischen Bank Clearstream aufgetaucht, die Sarkozy in Zusammenhang mit Schmiergeldern für ein Rüstungsgeschäft bringen. Auch der ehemalige Präsident Jacques Chirac wird in der Affäre belastet. Laut Rondot wollte Villepin Sarkozy gezielt schaden. Beide waren Rivalen im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Konservativen.