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Hintergrund: Wie denkt man in Bulgarien über den Fall der zum Tode verurteilten Krankenschwestern?

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Hintergrund: Wie denkt man in Bulgarien über den Fall der zum Tode verurteilten Krankenschwestern?

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In Sofia haben Angehörige der Krankenschwestern vor der libyschen Botschaft demonstriert. Friedenstauben sollten das symbolisieren, was sie fordern: mehr Dialog. Die Mutter einer der zum Tode verurteilten Medizinerinnen verlangte erneut die Freilassung ihrer Tochter. Das AIDS-Problem habe Libyen schon lange vor der Ankunft der Krankenschwestern gehabt.

Eine Freundin der seit 1999 in dem arabischen Land im Gefängnis sitzenden Ärztin sagt zuversichtlich: “Ich sage ihrer Mutter, daß ihre Tochter wiederkommen wird. Das Ende ist nah.” Beide Frauen gehen davon aus, daß Libyens Staatspräsident Muamar al-Gadaffi einer Strategie folgt, an deren Ende die Freilassung der Krankenschwestern stehen wird.

Auch ein Sprecher des Kommittees “Freiheit für die bulgarischen Krankenschwestern” zeigt sich optimistisch und sagt: “Libyen weiß, daß die Zeit drängt. Es muß jetzt den infizierten Kindern helfen, und die Unschuldigen freisprechen.” Der Fall ist zu einer “nationalen Angelegenheit” geworden und bewegt Teile der bulgarischen Zivilgesellschaft in einem Maße, wie man es seit langen Jahren in dem südosteuropäischen Land nicht mehr gesehen hat. (lesen Sie hierzu auch die anderen Artikel zum Fall der bulgarischen Krankenschwestern vom Tage)