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Libanon ein Jahr nach Kriegsbeginn instabil

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Libanon ein Jahr nach Kriegsbeginn instabil

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Ein Jahr nach Israels Krieg gegen die schiitische Hisbollah stellt sich der Libanon politisch tief gespalten dar, destabilisiert und kaum handlungsfähig. Zwar hat die libanesische Armee zusammen mit 13 000 UN-Blauhelmsoldaten nach mehr als 30 Jahren wieder die Kontrolle über den Südlibanon übernommen.

Doch der Krieg, mit dem Israel auf die Entführung von zwei israelischen Soldaten durch die Hisbollah antwortete, hat das Land wirtschaftlich extrem zurückgeworfen. 107 000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt, gut ein Viertel der Brücken ist noch nicht wieder benutzbar.

Der Service- und Tourismussektor, der 70 Prozent des Bruttosozialprodukts erwirtschaftete, liegt brach. Die UN schätzen die Einnahmeverluste in der Landwirtschaft auf 280 Millionen Dollar ein.

Die Opposition erkennt die Entscheidungen der vom Westen unterstützten Regierung nicht an. Auch die Parlamentsarbeit funtioniert de facto nicht.

“Wir sollten wieder einmal nach Wegen suchen, wieder zusammenzufinden,” sagt Libanons Ministerpräsident Fuad Siniora. Die Kräfte der Annäherung seien stärker als die trennenden.

Doch der Alltag ist schwierig.
Minenräumer haben nach eigenen Angaben erst gut zehn Prozent der von Israel verschossenen Streubomben entschärft.

Seit Kriegsende starben 30 Menschen durch Bombenexplosionen.

Vom 12. Juli bis zum 14. August 2006 führte Israel einen de-Facto Krieg gegen die Hisbollah.

Die Hisbollah reagierte mit Raketen auf Ziele im Norden Israels. Die israelischen Luftangriffe und Bodenoffensiven verursachten massive Zerstörungen in den südlichen Landesteilen, südlichen Teilen Beiruts und auch vereinzelten Zielen im Norden des Landes.

Dabei starben über 1100 Libanesen. Auf israelischer Seite kamen mehr als 40 Zivilisten durch die Raketenangriffe ums Leben.

Der nächste Test für den Libanon ist die Wahl eines
Präsidenten im September. Er muss nach dem komplizierten Politik-Proporz Christ ein.