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Abtreibungsgesetz in Portugal in Kraft

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Abtreibungsgesetz in Portugal in Kraft

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In Portugal existiert seit dem 15. Juli 2007 ein Gesetz, das den Schwangerschaftsabbruch bis zur 10. Woche erlaubt. Der neue Gesetzesalltag beginnt an diesem Montag mit landesweit 38 öffentlichen und 2 privaten Kliniken, in denen Abtreibungen vorgenommen werden.

Dies jahrelangen Auseinandersetzungen sind damit aber noch nicht vorbei. Auf der Insel Madaira weigert sich die Regionalregierung, das Gesetz anzuwenden solange nicht ein zusätzliches Urteil des Verfassungsgerichtshofes vorliegt.

Und der Direktor dieser öffentlichen Frauenklinik in Lissabon macht sich Sorgen wegen der Kürze der Zeit, die Frauen und Ärzten zur Entscheidung bleibt.

Zehn Wochen ab dem ersten Tag der letzten Regel bleiben portugisischen Frauen. Defacto also nur wenig mehr als 9 Wochen.
So haben es die Wàhler per Volksabstimmung beschlossen.
In dieser Zeit muss ein Arzt die Schwangerschaft feststellen und über Abtreibungsmöglichkeiten beraten. Danach sind noch drei Tage Bedenkzeit vorgeschrieben. So kann der Frau schnell die Zeit davonlaufen…

Wer es sich leisten konnte, reiste bisher zur Abtreibung ins benachbarte Spanien.
Man rechnet in Portugal bei 10 Millionen Einwohnern mit mehr als 20.000 Schwangerschaftsabbrüchen im Jahr – die Hälfte davon in Spanien vorgenommen.

Sie sei für das neue Gesetz, sagt diese Portugiesin, möchte es aber nur bis zum Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats angewendet sehen.
Und dann auch nur in Kliniken mit geschultem Personal, nicht mehr durch “Engelmacherinnen “ in Hinterzimmern.

Es kann nur geschätzt werden, wie viele Frauen bisher Jahr für Jahr nach nach Komplikationen bei illegalen Abtreibungen verbluteten oder in der Notaufnahme einer Klinik landeten.

5,8 Millionen Euro pro Jahr kalkuliert das öffentliche Gesundheitswesen für Abtreibungsrecht und Zugang zu Verhütungsmitteln