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Entscheidung über bulgarische Krankenschwestern

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Entscheidung über bulgarische Krankenschwestern

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Unschuldig sind sie, das steht für die Menschen in der Heimat fest: Es geht um die bulgarischen Krankenschwestern und den Arzt, die in Libyen zum Tode verurteilt worden sind. Heute entscheidet sich dort ihr Schicksal; möglicherweise werden sie doch noch begnadigt.

“Ich hoffe, sie werden jetzt freigelassen und kommen zurück,” sagt ein junger Mann in der Hauptstadt Sofia. Für die bulgarischen Medien und für die Menschen steht die eventuelle Freilassung heute im Mittelpunkt, ebenso wie mögliche Entschädigungszahlungen. “Eine Million pro Familie,” sagt ein anderer Mann; “ich weiß ja nicht, ob ein Menschenleben eine Million kostet.”

Die Angeklagten sollen in einem Krankenhaus mehr als vierhundert Kinder mit dem AIDS-Virus infiziert haben; rund fünfzig sind seitdem gestorben. Westliche Experten sehen als Grund jedoch vor allem schlechte Hygiene. Gerade erst hat aber das Oberste Gericht Libyens das Todesurteil bestätigt. Trotzdem kann ein weiteres Gremium die Angeklagten jetzt noch begnadigen; nach jahrelanger Haft könnten sie dann vielleicht sogar zurück in die Heimat. Den Ausschlag gab offenbar eine Einigung mit den Familien der betroffenen Kinder; nach bisherigen Berichten soll jede Familie eine Million Dollar bekommen, also gut siebenhunderttausend Euro. Wichtige Einzelheiten sind aber noch ungeklärt.