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Krise zwischen Russland und Großbritannien

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Krise zwischen Russland und Großbritannien

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Russland hat in der Polonium-Affäre erneut eine angemessene Antwort auf die britischen Sanktionen angekündigt. Einzelheiten teilt aber auch der russische Vize-Außenminister Alexander Gruschko auf seiner Pressekonferenz am Nachmittag in Moskau nicht mit. Er sagt aber, die britische Haltung könnte die Zusammenarbeit in der Strafverfolgung erschweren oder sogar unmöglich machen. Das wiederum könnte die Sicherheitsinteressen von Millionen Briten und Russen betreffen. In dem Streit geht es um den Londoner Mord am Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko Ende letzten Jahres. Die britischen Ermittler verdächtigen Andrej Lugowoj: Er traf sich kurz vorher mit Litwinenko, und seine Spur durch London deckt sich mit der
Spur der Mordwaffe, radioaktivem Polonium.

Russland liefert Lugowoj aber nicht aus. Einen Prozess in Moskau lehnt wiederum Großbritannien ab: Schließlich wurde mit dem eingebürgerten Litwinenko ein britischer Staatsbürger in der britischen Haupstadt ermordet. Russland verweist dagegen auf seine Verfassung, aber auch darauf, dass Großbritannien seinerseits russische Auslieferungswünsche nie erfülle. Dabei geht es auch um den Milliardär Boris Beresowsky, Exilrusse in London und scharfer Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Lugowoj sei doch ein Nichts, nur ein Werkzeug, sagt er; ein Agent eben. Ihm selbst gehe es dagegen um Putin und dessen verbrecherische Herrschaft. So weit gehen die britischen Ermittler nicht; aber weil sie nicht einmal Lugowoj bekommen, hat Großbritannien unter anderem vier russische Diplomaten ausgewiesen. Die Antwort darauf, sagt Russland, werde den Briten demnächst mitgeteilt.