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Streit zwischen Moskau und London weitet sich aus

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Streit zwischen Moskau und London weitet sich aus

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Der Schlagabtausch zwischen Moskau und London wegen der Polonium-Affäre geht in die nächste Runde: Noch heute will Russland seine Reaktion bekanntgeben, nachdem Großbritannien gestern vier Diplomaten ausgewiesen hat. Außerdem hatte es angekündigt, dass Visaerleichterungen für Russen ausgesetzt werden.

Vor der britischen Botschaft in Moskau klagt eine Frau: “Man kann sich da drin auf nichts verlassen. Sie können deinen Antrag ablehnen und müssen dir nicht mal den Grund sagen.” Ein junger Mann ist da gelassener: “Mit dem politischen Kram habe ich nichts zu tun, meint er. Wir Russen werden hier in der Botschaft gut behandelt. Mein Visum habe ich immer schnell bekommen, ohne Probleme.”

Trotzdem sind die offiziellen Beziehungen zwischen beiden Ländern jetzt auf einem Tiefpunkt. Es geht
um die Ermordung des eingebürgerten Exilrussen Alexander Litwinenko Ende letzten Jahres, durch eine Dosis des radioaktiven Stoffs Polonium-210.

Für die britische Polizei ist Andrej Lugowoj der Hauptverdächtige, wie Litwinenko früher ein Mitarbeiter des Geheimdiensts KGB. Er war zur Tatzeit in London und hat sich dort mit Litwinenko getroffen. Seine Spur deckt sich mit der radioaktiven
Spur des Poloniums quer durch die Stadt.

Russland weigert sich aber, Lugowoj auszuliefern. Dass er in Moskau vor Gericht kommt, will wiederum
die britische Seite nicht – schließlich sei ein britischer Staatsbürger in London ermordet worden.