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Bulgarische Behörden hoffen auf rasche Heimkehr von Krankenschwestern aus Libyen

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Bulgarische Behörden hoffen auf rasche Heimkehr von Krankenschwestern aus Libyen

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Die Umwandlung der Todesstrafen gegen die fünf bulgarischen Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt in lebenslange Haftstarfen in Libyen ist weltweit begrüßt worden. Die bulgarische Regierung forderte nun die baldige Rückkehr der Beschuldigten. Die EU schloss sich diesem Anliegen an. Angaben darüber, wie lange die Rückführung dauern wird, gibt es noch nicht.

Für die Familien geht damit die Zeit des Wartens weiter. Die Krankenschwestern und der Arzt sind seit 1999 in Libyen inhaftert. Der Sohn einer der Krankenschwestern sagte, er sei mit dem Urteil nicht zufrieden. Es sei eine Schande. Die Verurteilten seien unschuldig, warum müssten dann Entschädigungen gezahlt werden. Die Politik sei ein schmutziges Spiel. Rosen Markow vom Komitee für die Freilassung der Bulgarinnen wandte ein, dass die mit dem HI-Virus infizierten Kinder mit dem Urteil wohl nicht zufrieden sein könnten. Doch wegen des bestehenden Rechtsabkommens zwischen Libyen und Bulgarien könne man wohl mit einer baldigen Heimkehr der Beschuldigten rechnen.
Die Todesurteile waren bereits 2004 verhängt worden. Den Beschludigten wurde vorgeworfen, absichtlich 400 libysche Konder mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Unabhängige Experten widerlegten das. Ende 2006 wurden die Urteile dennoch bestätigt.

Dem gestrigen Richterspruch war eine außergerichtliche einigung mit den Eltern der erkrankten Kinder vorausgegangen, nach der die Familien Entschädigungen in Höhe von fast 730.000 Euro für jedes an Aids erkrankte Kind erhalten. Sie hatten daruafhin ihre Forderung nach der Todesstrafe zurückgezogen.