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EU: Chancenungleichheit soll bekämpft werden

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EU: Chancenungleichheit soll bekämpft werden

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Nach wie vor verdienen Europäerinnen im Schnitt schlechter als ihre männlichen Kollegen. Dies will die EU Kommission ändern – notfalls mit Gesetzen zur Arbeitszeit, zur Entlohnung oder zum Vaterschaftsurlaub. Erste Vorschläge sollen im kommenden Jahr auf den Tisch kommen.

Beim Thema Chancengleichheit schneidet Deutschland schlecht ab: Dort bekommen Männer in etwa 22 Prozent mehr Gehalt als Frauen. Der EU-Durchschnitt liegt bei 15 Prozent. Je älter die Arbeitnehmer, desto größer die Einkommensschere. Bei den über 50-jährigen sind es sogar 30 Prozent Unterschied in der Lohntüte.

Die Gründe sind zahlreich: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufsfeldern, wie als Krankenschwestern. Sie haben seltener Führungspositionen und gehen öfter in Teilzeit. Auch die Schwangerschaft wirft sie in der Einkommenstabelle zurück.

Es sei völlig inakzeptabel, wenn eine Frau bis zu acht Monate in den Mutterschutz gehe, dass dies noch 25 Jahre später Auswirkungen auf ihre Gehaltsabrechnung habe – und sich selbst auf die Rente auswirke, kritisiert der zuständige EU-Kommissar Vladimir Spidla.

Eine wichtige Ursache: Noch immer werden Haushalt und Kindeserziehung traditionell als Frauensache angesehen. Während berufstätige Männer zu Hause nur sieben Stunden pro Woche arbeiten, sind es bei den Frauen 24 Stunden.