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Hoffen auf baldige Überstellung bulgarischer Krankenschwestern

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Hoffen auf baldige Überstellung bulgarischer Krankenschwestern

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In Bulgarien mischt sich in die Vorfreude auf eine baldige Heimkehr der Krankenschwestern und des Arztes auch Verbitterung. Die staatlichen libysche Medien betonten heute, dass die Bulgaren nicht begnadigt wurden – und auch nicht freigesprochen.

Die Entscheidung rufe kontroverse Gefühle hervor, so der bulgarische Präsident Georgi Parvanov. Aber die gute Nachricht sei, dass die Todesurteile aufgehoben wurden. Bulgarien werde alles dafür tun, dass die sechs bald nach Hause könnten. Das soll ein Auslieferungsabkommen möglich machen, dass Bulgarien und Libyen in den 1980-er Jahren unterzeichnet hatten.

Die Krankenschwestern und der palästinensisch-stämmige Arzt sollen in einem Krankenhaus in Benghasi mehr als 400 Kinder mit Aids infiziert haben. Gestern abend hatte der Obeste Richterrat Libyens die Todesurteile gegen sie in lebenslange Haft umgewandelt.

Der Entscheidung vorausgegangen waren millionenschwere Entschädigungszahlungen an die Familien der infizierten Kinder. Die Familien hatten je mehr als 700.000 Euro erhalten. Eine Schlüsselrolle spielte dabei von der Gaddafi-Stiftung, die von einem Sohn des Revolutionsführers geleitet wird. Vermutet wird, dass das Geld aus erlassenen Auslandsschulden stammen könnte, die Liyben in Bulgarien hatte. Aber auch über einen internationalen Fonds wird spekuliert.