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Keiner will Alitalia

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Keiner will Alitalia

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Die Lage für die italienische Fluggesellschaft wird immer schwieriger und scheint von der Hoffnungslosigkeit nicht allzu weit entfernt. Nach dem Rückzug mehrerer Interessenten hat auch der bisher letzte Bieter aufgegeben. Ende Juni hatte sich bereits die grösste russische Fluglinie Aeroflot aus dem Verfahren zurückgezogen. Ein Vertreter der Gewerkschaften sagte, der Verkauf sei zu einem Skandal geraten. “Angeblich geht es um formale Aspekte, im Grunde aber wird Alitalia an jene verkauft, die möglichst wenig bieten wollen.” Seit Juli 1998 hat die Aktie stetig an Wert verloren. Die jüngsten Meldungen führten dazu, dass der Aktienkurs in der Spitze vorübergehend um mehr als acht Prozent einbrach. Der niedrige Kurs ist damit zu erklären, dass die Fluglinie täglich mehr als eine Million Euro Verluste macht. Die gute alte Zeit ist schon lange vorbei. In sechs der sieben vergangenen Jahre war die Fluggesellschaft defizitär. Allein seit Beginn des Verkaufsprozesses Anfang dieses Jahres hat Alitalia ein Viertel des Wertes verloren. Dringend notwendig wären massive Änderungen der Organisationsstruktur. Doch das Personal streikt oft und gerne und die Verkaufsbedingungen der Regierung, die 49,9 Prozent der Anteile hält, sind schwierig.