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Politik:mies - Wirtschaft: blendend

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Politik:mies - Wirtschaft: blendend

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In Moskaus kremltreuer Tageszeitung “Iswestija” war schon von einem “diplomatischen Krieg” die Rede. Sollte der tatsächlich die zur beiderseitigen Zufriedenheit gedeihenden Wirtschaftsbeziehungen ensthaft stören?

Antony Brenton, seines Zeichens Botschafter ihrer britischen Majestät in Moskau, scheint um Schadensbegrenzung bemüht. Er spricht in fließendem Russisch die Erwartung aus, die wirtschaftlichen Bindungen mögen weiter wachsen, schließlich seien sie für beide Seiten wichtig, für Russland und für Großbritannien.

Man braucht sich nur die Entwicklung des Handelsvolumens anzusehen: Das verdreifachte sich in den vergangenen 5 Jahren Auf 2,4 Milliarden euro beliefen sich 2006 die britischen Direktinvestitionen in Russland, in diesem Jahr wird eine Verdopplung erwartet.

Großbritannien ist mit einem Anteil von gut 10,7 Prozent derzeit der viert-größte Investor in Russland. Britisches Kapital ist praktisch in allen Bereichen vertreten – natürlich im Energiesektor, aber auch bei Immobilien, Lebensmitteln, beim Aufbau großer Supermarktketten…

Neil Cooper, Direktor der britisch-russischen Handelskammer in Moskau, rechnet vor: “ Die Statistik zeigt, dass wir wachsen, Großbritanniens Investitionen werden von Jahr zu Jahr umfangreicher. Russlands Investitionen in Großbritannien wachsen ebenso. Insgesamt betrug das Handelsvolumen unserer beiden Länder im vergangenen Jahr mehr als 16 Milliarden US-Dollar.”

Das sind fast 13 Milliarden euro. Bei solchen Dimensionen gibt es schon mal Streit. 2006 musste der britisch-niederländische Konzern Shell seine Mehrheitsbeteiligung am fern-östlichen Gasfeld Sachalin II an den russischen Monopolisten Gazprom verkaufen. Trotzdem – Wirtschaftsfachleute wie der Chef-Stratege von “Renaissance Capital”, Roland Nash, sehen solche Probleme pragmatisch: “ Seit 2001 ist der Beteiligungsmarkt um 600 Milliarden Dollar gewachsen. Am Ende ist es die Wirtschaft, die das Geschäft antreibt und nicht die Politik.”