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Staatsanwaltschaft fordert Schließung des Unglücksflughafens in Brasilien

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Staatsanwaltschaft fordert Schließung des Unglücksflughafens in Brasilien

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Nach dem Flugzeugunglück in Brasilien mit rund zweihundert Toten hat die Staatsanwaltschaft die Schließung des Flughafens Congonhas gefordert. Auf diesem innerstädtischen Flughafen der Metropole Sao Paolo war am Vorabend ein Airbus A320 der brasilianischen Fluggesellschaft TAM bei der Landung über die regennasse Landebahn hinausgeschossen und in eine Tankstelle und ein Geschäftsgebäude gerast.

Unterdessen erklärte ein ranghoher Vertreter der Aufsichtsbehörde für Flughäfen, eine Video-aufnahme beweise, dass der verunglückte Jet zu schnell die Landebahn heruntergerast sei. Eine kurz zuvor gelandete Maschine sei bei der Vorbeifahrt fast vier Mal so lange im Bild. Zunächst war nur der Zustand der Landebahn als Unglücksursache genannt worden. Ein Minister im Kabinett von Präsident Lula da Silva wies alle Kritik am Staatsoberhaupt zurück: Es sei nicht die Schuld des Präsidenten, wenn jemand – etwa ein Flugkapitän – etwas falsch mache.

Unterdessen versuchten Experten auf dem Flughafen weiter, die Ursache des Unglücks festzustellen. Die internationale Pilotenvereinigung forderte größere Sicherheitsbereiche: Diese seien auf tausenden von Pisten unzureichend, erklärte der Verband.

Die deutsche Pilotenvereinigung Cockpit erklärte, bei neu gebauten Flughäfen sei eine 300-Meter-Zone längst Vorschrift, ältere Flughäfen im Ausland seien aber nicht immer nachgerüstet worden. In Deutschland bestehe an keinem der Flughäfen solch ein Mangel, sagte ein Sprecher; selbst an einem städtischen Flughafen wie Berlin-Tempelhof gebe es genügend Platz.