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Angehörige nach Busunglück nach Grenoble gereist

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Angehörige nach Busunglück nach Grenoble gereist

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Nach dem schweren Unfall eines polnischen Pilgerbusses in der Nähe von Grenoble sind die Angehörigen der Opfer nach Frankreich gereist. Bei dem Unglück waren 26 Menschen ums Leben gekommen und 23 verletzt worden. Die Gruppe wurde von einem Team aus Ärzten, Psychologen, Seelsorgern und Übersetzern begleitet. Monique Gross vom französisch-polnischen Freundeskreis in Grenoble berichtet von zwei Jungen, die noch nicht wissen, dass ihre Eltern ums Leben gekommen sind. Der Vater habe ihnen geholfen, sich aus dem Fenster zu retten, auch die Mutter sei verbrannt. Die Kinder wüssten das noch nicht, denn man habe es nicht geschaftt, ihnen vom Tod der Eltern zu berichten. Die meisten Businsassen waren zwischen 50 und 70 Jahre alt. Eine andere Frau berichtet, der Bus sei auf der abschüssigen Straße von Laffrey unterwegs gewesen. Man habe noch religiöse Lieder gesungen. Plötzlich habe der Fahrer geschrien, die Bremsen reagierten nicht mehr: “Klammert euch irgendwo fest, ich kann den Bus nicht mehr anhalten.” Dann habe er die Kurve nicht bekommen und das Brückengeländer durchbrochen. Der Bus war gestern auf einer abschüssigen Strecke bei Vizille, die für Busse und Lastwagen gesperrt ist, 15 Meter tief in ein Tal gestürzt. Die Behörden gehen davon aus, dass Bremsversagen die Ursache für den Unfall war. Am Sonntag reiste auch Polens Staatspräsident Lech Kaczynski nach Grenoble. Er rief in Polen eine dreitägie Staatstrauer aus. Die Regierung will jeweils 26.500 Euro Unterstützung für die Verletzten und die Angehörigen der Todesopfer zur Verfügung stellen. Der Ort, an dem der Bus abstürzte, gilt als äußerst unfallträchtig. Bei dem schwersten Unfall waren 1973 an der gleichen Stelle 43 Busreisende aus Belgien in den Tod gestürzt.