Eilmeldung

Eilmeldung

Madame Sarkozy - oder was darf eine First Lady?

Sie lesen gerade:

Madame Sarkozy - oder was darf eine First Lady?

Schriftgrösse Aa Aa

Eine Bulgarin dankt Frankreich unter Tränen und erwähnt besonders Madame Sarkozy. Wie gut, dass manche Krisen der Weltpolitik auch mit Tränen der Erleichterung enden. Frankreichs Staatspräsident hatte sein Flugzeug und seine Gattin geschickt, um die nach langem Märtyrium endlich freigelassenen bulgarischen Krankenschwestern und den inzwischen auch zum bulgarischen Staatsbürger ernannten Arzt von Tripolis nach Sofia fliegen zu lasssen. In Frankreich – und nicht nur dort – werden Fragen nach der Rolle von Cecilia Sarkozy laut. Pierre Moscovici von den oppositionellen französischen Sozialisten betont den Unterschied zwischen einer politischen und einer humanitären Angelegenheit. Bei einer humanitären wäre das Auftreten von Madame Sarkozy nicht unlogisch. Sollte es aber eine politsche Angelegenheit sein, dann wäre dies eine diplomatische Methode, die er nicht gutheisse.

Der Grüne Noel Mamere stellt die Frage, wozu denn der Außenminister Kouchner da sei. Womöglich habe der Präsident entschieden, ihn durch seine Gattin zu ersetzen? Der wischt solche unbotmäßigen Bermerkungen vom Tisch mit der Formulierung, da gebe es nichts zu theoretisieren über eine neue Organisation der französischen Diplomatie, auch nicht über den Status der Präsidentengattin . Es ging darum, die Leute aus dem dem Gefängnis zu holen, das war alles, was zählte.
Die französischen Präsidentengattin mit dem bulgarischen Staatsoberhaupt im Gespräch, das ist dann einfach nur so ein freundliches Bild, das ganz nebenbei Frankreichs Präsenz an einem wichtigen Ort der Weltpolitik unterstreicht. Überraschen sollte das alles niemanden, der Cecilia Sarkozys frühere Äußerungen nicht vergessen hat:
Sie sei nicht am Repräsentieren interessiert und sie lasse sich nichts vorschreiben.