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Nach Geiselmord in Afghanistan alle weiteren entführten Südkoreaner am Leben - D'Alema fordert Ende von Kampfeinsatz "Enduring Freedom"

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Nach Geiselmord in Afghanistan alle weiteren entführten Südkoreaner am Leben - D'Alema fordert Ende von Kampfeinsatz "Enduring Freedom"

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Nach der Ermordung einer südkoreanischen Geiseln in Afghanistan sind alle weiteren 22 Geiseln am Leben. Das bestätigte am Morgen ein Taliban-Sprecher. In der Nacht war ein weiteres Ultimatum an die Regierung in Kabul abgelaufen, acht inhaftierte Rebellen freizulassen. Die Leiche des 42-jährigen Pastors wurde in der Provinz Ghasni gefunden, wo die Gruppe vor einer Woche entführt worden war. Die Geiseln gehören einer christlichen Freikirche an. Die meisten sind Ärzte und Krankenschwestern, die in Afghanistan helfen wollten.

Teilnehmer einer Mahnwache in Seoul forderten neben ihrer Freilassung auch den Abzug der zweihundert südkoreanischen Soldaten aus Afghanistan. Laut Regierung ist das zum Jahresende ohnehin geplant. Der italienische Außenminister Massimo D’Alema hat inzwischen gefordert, die US-geführte Mission “Enduring Freedom” zu beenden. Die internationale Schutztruppe ISAF solle aber im Land bleiben. Durch Abstimmungsprobleme der beiden Mission seinen immer wieder zivile Opfer zu beklagen. Diese seien nicht länger hinnehmbar, so D’Alema.

Inzwischen bemüht sich Deutschland weiter um die Freilassung eines entführten Ingenieurs in Afghanistan. Ein Kollege von ihm war in der Geiselhaft gestorben – oder umgebracht worden. Die Leiche ist inzwischen in Deutschland. Eine Obduktion soll heute Klarheit bringen.