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Abbas will aus Gaza-Bericht Konsequenzen ziehen

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Abbas will aus Gaza-Bericht Konsequenzen ziehen

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Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will seine Fatah-Bewegung umbauen. Das kündigte er heute in Ramallah an. Abbas reagiert damit auf einen Untersuchungsbericht, der Fatah-Kommandeure für den Fall des Gaza-Streifens an die radikal-islamische Hamas verantwortlich macht. Mehrere Offiziere sollten deshalb vor ein Kriegsgericht gestellt werden, forderte Präsidentenberater Nabil Amir, der selbst Mitglied der Kommission war. Außerdem solle der Aufbau der Sicherheitskräfte reformiert werden. Die Mitglieder sollten aufgrund professioneller Kriterien ausgewählt werden, nicht wegen politischer Loalität.

Abbas hat bereits mehrere Kommandeure entlassen. Sein Sicherheitsberater Mohammed Dahlan trat gestern zurück. Dahlan hatte sich zwar zum Zeitpunkt des Hamas-Sieges in Ägypten aufgehalten – Als “starker Mann in Gaza” wird er aber für strategische Versäumnisse und die mangelnde Koordinierung verantwortlich gemacht.

Einer der ehemaligen Kommandeure im Gaza-Streifen beschreibt die Ereignisse des 14. Juni als “vollkommen konfus”. Zum Teil hätten sich Fatah-Einheiten gegenseitig beschossen. Es habe kein Kommando mehr gegeben, so der Fatah-Kämpfer – der unerkannt bleiben möchte – im Interview mit EuroNews. Den ganzen Tag sei das so gegangen. Nachmittags um vier sei dann alles leergefegt gewesen. Alle hätten ihre Posten verlassen.

Die Hamas hatte vor sechs Wochen den Gaza-Streifen unter ihre Kontrolle gebracht. Den Abbas unterstellten Sicherheitskräften war es nicht gelungen, den Angriff abzuwehren. Beinahe ohne nennenswerten Widerstand übernahm die Hamas Posten der Fatah, darunter Kasernen und das Büro von Abbas in Gaza-Stadt. Bei den Kämpfen wurden mehr als 100 Palästinenser getötet.