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Japan im Offline-Wahlkampf

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Japan im Offline-Wahlkampf

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Im japanischen Wahlkampf müssen die Kandidaten Kreativität beweisen. Mit einem Lautsprecherwagen düst Mac Akaska von der Smile-Partei durch Tokio. Seine Reden über Bildung und Beauty-Tipps beginnt er mit einem Tänzchen. Die virtuelle Welt steht ihm im Kampf um einen Abgeordnetensitz jedenfalls nicht zur Verfügung.

Vor einigen Wochen hat noch der peruanische Ex-Präsident Alberto Fujimori seine Kandidatur im Internet angekündigt. Er hat die doppelte Staatsbürgerschaft und will so seine Auslieferung aus Chile verhindern. Auf die Straße kann er nicht – er steht unter Hausarrest.

Japans Internetverbindungen gelten als die schnellsten der Welt, so Kazuhisa Kawakami, Professor für Medien und Politik an der Meiji Gakuin-Universität. Die Kandidaten würden von dem Medium profitieren. Aber wegen eines Gestezes dürften sie es im Wahlkampf nicht nutzen. Das sollte geändert werden. Doch danach sehe es nicht aus: Die etablierten Parteien hätten Sorge, dadurch ihre Position zu schwächen.

Die Hälfte aller japanischen Haushalte hat Internetanschluss. Wählen gehen will nur jeder Dritte. Das Gesetz, das die Mediennutzung im japanischen Wahlkampf einschränkt ist 60 Jahre alt. Das World Wide Web noch nicht mal 20.