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Britische Besatzung in Nordirland endet

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Britische Besatzung in Nordirland endet

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Wachtürme, Stacheldraht, Panzerfahrzeuge: Solche Bilder wird man in Nordirland jetzt kaum noch sehen: Punkt Mitternacht werden aus den britischen Besatzern normale Truppen. Nach 38 Jahren endet damit der Einsatz der Armee im eigenen Land, der Einsatz gegen die bewaffneten Unabhängigkeitskämpfer. Für die Sicherheit in Nordirland sorgt jetzt die Polizei. 1969 war die Armee hier eingerückt; auf dem Höhepunkt des Konflikts waren 27 000 britische Soldaten im Einsatz. Fast achthundert wurden hier getötet; gut dreihundert Nordiren starben andererseits von ihrer Hand.

Künftig sind in Nordirland noch fünftausend Soldaten stationiert – ganz normal, wie in anderen Gegenden Großbritanniens auch. Auch politisch ist vieles normal geworden: Nordirland hat sein eigenes Parlament und seit kurzem sogar eine Regierung, in der erbitterte Feinde von früher nun zusammensitzen. Manche der Soldaten werden jetzt in den Irak oder nach Afghanistan verlegt: Im Kampf gegen die unsichtbaren Feinde dort kommen ihnen die Erfahrungen der britischen Truppen in Nordirland wenigstens noch zugute.