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Großbritannen beendet Militäreinsatz in Nordirland

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Großbritannen beendet Militäreinsatz in Nordirland

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Nach 38 Jahren beendet die britische Armee am Dienstag offiziell ihren Einsatz in der einstigen Unruhe-Provinz Nordirland. Ab Mitternacht Ortszeit hat wieder die Polizei die alleinige Verantwortung für die öffentliche Sicherheit. Etwa 5 000 Soldaten werden weiter in Nordirland stationiert bleiben, bereit für Einsätze in aller Welt.

Seit dem Karfreitagsabkommen hat die Armee Operationen gegen bewaffnete Extremisten mehr und mehr der Polizei überlassen. 1969 hatte die damalige Labour Regierung nach schweren Ausschreitungen zwischen Protestanten und Katholiken die Truppen zum Schutz der katholischen Minderheit nach Nordirland geschickt.

Der Oberkommandierende der britischen Truppen in Nordirland, Generalleutnant Nick Parker, zieht eine ernüchternde Bilanz des fast vier Jahrzehnte dauernden Einsatzes: “Wir mussten sehr vorsichtig vorgehen, um die IRA auszuschalten. Die Armee wird im Irak und in Afghanistan vor der gleichen Herausforderung stehen. Das war kein Rugbymatch. Wir werden uns am Ende nicht die Hände reichen, dazu hat es zu viele Opfer geben”, sagte Generalleutnant Parker.

Mehr als 300 000 Soldaten waren im Lauf der Jahre in Nordirland im Einsatz. Während des Nordirlandkopnfliktes wurden 763 Soldaten getötet und mehr als 6.000 verletzt. Als blutiger Höhepunkt des Konfliktes gilt der “Blutsonntag” von Derry, als Fallschirmjäger 13 Teilnehmer eines Bürgerrechtsmarsches erschossen. Der Zwischenfall beeinträchtigte die Beziehungen zwischen Armee und katholischer Minderheit nachhaltig. Noch heute erinnern Wandgemälde an die Ereignisse von 1972.