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Polen setzt umstrittenes Straßenbauprojekt nach Protest aus Brüssel aus

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Polen setzt umstrittenes Straßenbauprojekt nach Protest aus Brüssel aus

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Polen hat den umstrittenen Bau eines Autobahn-Teilstücks auf Druck der EU-Kommission gestoppt – vorerst. Grund zur Enttäuschung für die Anwohner, die seit langem für die neue Umgehungsstraße um die nordostpolnische Kreisstadt Augustow demonstrieren: Sie dehnten ihre Proteste aus und blockierten stundenlang die Ortsdurchfahrt. Ministerpräsident Jaroslaw Kaczinsky hatte angkündigt, dass die Bauarbeiten im Rospuda-Tal in den Masuren, das als europäisches Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, vorerst nicht beginnen. Er reagierte damit auf den Antrag der EU-Kommission beim Europäischen Gerichtshof auf eine einstweilige Anordnung zum Baustopp. Während die Anwohner den Schwerlastverkehr aus ihrem Ort heraushalten wollen, sorgt die Kommission sich um die seltene Flora und Fauna in dem Torfmoorgebiet. Polen will nun zunächst andere Teilabschnitte der so genannten Via Baltica bauen, bis der Gerichtshof über die Umweltverträglichkeit des Projekts entschieden hat. Das Vorhaben hatte auch Greenpeace-Aktivisten auf den Plan gerufen.