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Friedenstruppe für Darfur

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Friedenstruppe für Darfur

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Ihre Fahrzeuge sind im Weiß der Vereinten Nationen gestrichen. Aber an den Helmen der Akteure stehen die Buchstaben AU.
Das bedeutet “Afrikanische Union”. Aus gutem Grund. Man erinnere sich. Vor fast genau elf Monaten hatte der sudanesische Präsident Hassan Al-Baschir den Beschluß des UN-Sicherheitsrates zur Entsendung von Blauhelmsoldaten mit der Begründung abgelehnt, er dulde keinen – so wörtlich -” Rückfall in die Kolonialzeit.” Damit hat der Präsident das Leiden der Ärmsten in seinem Land nicht nur verlängert – sondern auch noch verschlimmert. Die sind auf Hilfslieferungen angewiesen . Hunderttausende vegitieren am Rande des Hungertodes dahin. Eine ausbleibende, eine zu spät kommende Lieferung – und schon sterben wieder geschwächte Menschen. Wie Wegelagerer einst Karawanen überfielen, so greifen heute bewaffnete Banditen die Hilfstransporte an. Mindestens 80 Transporter der verschiedenen Hilfsorganisationen wurden in diesem Jahr schon gestohen. Seit Juni warten wegen der zu gefährlich gewordenen Transporte durch dieses Riesengebiet 170.000 Menschen vergeblich auf Nahrungslieferungen. Wer sind die Räuber? Die islamistischen Reitermilizen, die bisher von der Regierung unterstützt wurden? Oder die Rebellen, die sich für eine unsichere Zukunft eindecken wollen?
Oder ganz einfach Kriminelle? Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner sagte heute ohne eine politische Lösung erreiche man mit humanitärer Hilfe viel zu wenig. Kouchner wörtlich: “Wir reden über 26.000 Soldaten in einem Land so groß wie Frankreich? Was wir tun, reicht einfach nicht.” Im vergangenen Jahr hat nur eine der Rebellengruppen mit der Regierung ein Abkommen unterzeichnet. Seither haben sich die Rebellenorganisationen aber in diverse Fraktionen aufgespalten. Noch mehr bewaffnete Gruppen also mit unterschiedlicher Interessenlage – denen ganze 26.000 Friedenssoldaten gegenüberstehen.