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Möglicherweise Militäraktion in Afghanistan begonnen

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Möglicherweise Militäraktion in Afghanistan begonnen

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Die afghanische Armee hat in der Provinz Ghasni Flugblätter verteilt, auf denen sie die Bevölkerung vor einer bevorstehenden Militäroperation warnt. Möglicherweise hat diese schon begonnen, eine Bestätigung dafür gab es indes nicht. Die afghanische Regierung betonte lediglich, die Aktion diene nicht der Befreiung der südkoreanischen Geiseln, die sich in der Gewalt der islamistischen Taliban befänden. Das Schicksal der 21 Geiseln ist nach Ablauf des bislang letzten Ultimatums ungewiss. Weder die Regierung in Kabul noch die Taliban äußerten sich bis Mittwochnachmittag. Die Taliban hatten mit der Ermordung einer weiteren Geisel für den Fall gedroht, dass nicht acht Gesinnungsgenossen freigelassen werden. Die Südkoreaner und – koreanerinnen waren im vergangenen Monat in der Provinz Ghasni entführt worden. Die Taliban ermordeten bislang zwei von ihnen. Auch der von den Taliban entführte Deutsche soll nach Ghasni gebracht worden sein. Die südkoreanische Regierung verstärkte ihre Bemühungen um eine Beendigung der Krise. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, es werde keine Militäraktion zur Befreiung ohne die Zustimmung Südkoreas geben. Es gebe keinen Grund, die Verhandlungen mit den Taliban abzubrechen oder aufzugeben. Vor der amerikanischen Botschaft in Seoul versammelten sich die Angehörigen der in Afghanistan entführten Geiseln. Sie appellierten an die US-Behörden, die Bemühungen der südkoreanischen Regierung um die Freilassung der Entführten zu unterstützen und von einer Militäraktion, die das Leben ihrer Angehörigen gefährden würde, abzusehen. Eine Gruppe von rund 100 Studenten protestierte unterdessen gegen die US-Politik in Afghanistan und forderte den Abzug der amerikanischen Soldaten.