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Gemayel-Vater verliert bei Parlamentswahl

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Gemayel-Vater verliert bei Parlamentswahl

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Ein ehemaliger Staatspräsident, ein bekannter Name: Und doch hat das in einer wichtigen Nachwahl zum libanesischen Parlament nichts genützt. Der Wahlkreis war frei geworden, als letztes Jahr der Politiker Pierre Gemayel, damals Industrieminister, bei einem Anschlag getötet worden war. Nun war es sein Vater, der frühere Präsident Amin Gemayel, der anstelle seines Sohnes ins Parlament einziehen wollte. Gemayel gehört zur Mehrheit unter den libanesischen Christen, die dem großen und wichtigen Nachbarn Syrien abgeneigt ist und dessen Einfluss begrenzen will. Um einige hundert Stimmen verlor er die Wahl aber knapp gegen den pro-syrischen Bewerber, den Kandidaten seines Rivalen Michel Aoun. In seiner pro-syrischen Haltung ist Aoun sogar Verbündeter der schiitischen Moslemparteien Amal und Hisbollah.

Nach der gängigen politischen Aufteilung im Libanon war dieser Wahlkreis für Maroniten reserviert; eine christliche Kirche, die den Papst anerkennt. Fast jeder dritte Libanese gehört ihr an. Auch der Staatspräsident ist immer ein maronitischer Christ. Bald wird er neu gewählt: Die jetzige Wahl galt deswegen als wichtiger Test; klüger ist nach diesem Ergebnis allerdings keiner.