Eilmeldung

Eilmeldung

Schwere Zeiten für den Präsidenten Pakistans

Sie lesen gerade:

Schwere Zeiten für den Präsidenten Pakistans

Schriftgrösse Aa Aa

So sieht es aus, wenn Pakistans Präsident Pervez Musharraf sich mit starker Geste präsentiert . Die Uniform hat der General nie ganz abgelegt, nachdem er 1999 mit einem unblutigen Staatsstreich an die Macht kam. Er liebt es zu zeigen: Das Land braucht einen starken, einen militärischen Führer. Bei der großen Friedensversammlung der Stammesführer von beiden Seiten der pakistanisch-afghanischen Grenze gibt es so einen Auftritt nicht. Dafür gibt es zwischen beiden Ländern einen praktisch gesetzesfreien Raum. In der pakistanischen Provinz Waziristan herrschen nur die Stammesführer..

Musharraf kann Recht und Ordnung nicht einmal mehr in seiner Hauptstadt Islamabad durchsetzen – das haben gerade die fanatischen Gläubigen aus der Roten Moschee der Welt vorgeführt. Letzlich hat auch noch der Oberste Gerichtshof Musharrafs Autorität geschwächt, indem er die vom Präsidenten verfügte Suspendierung eines unliebsamen Richters aufhob.
Wie ein Volksheld wurde der anschließend gefeiert. Eigentlich braucht der pakistanische Präsident gute Beziehungen zum Kollegen im benachbarten Afghanistan. Zumindest vorzeigbare.

Statt dessen schiebt man sich immer wieder gegenseitig die Schuld zu für das neuerliche Erstarken der Taliban. Die könnten den starken General Musharraf entscheidend schwächen bei seinem Vorhaben, sich bei den Präsidentschaftswahlen zum Jahresende erneut wählen zu lassen. Und auch Musharrafs Förderer im Weißen Haus wird langsam unruhig. So dürftig hat sich der US-Präsident den pakistanischen Beitrag zum “Kampf gegen den weltweiten Terrorismus” nicht vorgestellt. Wofür zahlen die USA denn schließlich Pakistan 700 Millionen euro pro Jahr ? Von Musharraf bekommen sie jedenfalls nicht die erwartete Sicherheit in der Region als Gegenleistung.

Es heisst, Musharraf selber habe sich bereits ganz im Geheimen mit der im Exil lebenden Ex-Regierungschefin Benazir Bhutto getroffen.
Dabei kann es ja nur um die Aufteilung von Macht gegangen sein.

Mit militärischen Gruß abtreten will Pervez Musharraf jedenfalls noch nicht.