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Maul- und Klauenseuche - was tun?

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Maul- und Klauenseuche - was tun?

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Eine Woche nach dem Ausbruch der Maul und Klauenseuche in Südengland ist eine befürchtete Ausbreitung der Krankheit ausgeblieben. Neue Verdachtsfälle auf einem dritten und vierten Bauernhof in der Grafschaft Surrey haben sich
nicht bestätigt, heisst es aus britischen Regierungskreisen. Für Deutschland gaben die zuständigen Behörden zunächst Entwarnung. Für ein “Überspringen” der Seuche gebe es keine Anzeichen, heisst es aus dem zuständigen “Friedrich-Loeffler-Institut” für Tiergesundheit, das nach dem Entdecker des MSK-Virus benannt ist.

Der britische Premierminister Gordon Brown versicherte, dass den betroffenen Farmern so schnell wie möglich Entschädigungen gezahlt würden. Auch für die Kosten, die ihnen durch die notwendigen Desinfektionen entstünden.
Gleichzeitig tue man alles, um die Ursache zu ermitteln, das sei eine Frage der Bio-Sicherheit. Man werde so schnell wie möglich einen Bericht vorlegen. Noch immer ist der Übertragungsweg bis zum ersten erkrankten Tier unklar. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf zwei Forschungslabore in der Nähe der Farm mit dem ersten Seuchenfall. In diesem Labor der französisch-amerikanischen Firma Merial wird ein Impfstoff gegen die Seuche hergestellt. Der Generaldirektor der Firma, Pierre-Jean Consalvi , verweist auf den hohen Standard in Sachen Bio-Sicherheit in seinem Unternehmen. Der sei ebenso hoch wie in der Human-medizin. Das gelte besonders für die Arbeit mit hochansteckenden Krankheitskeimen. Die Maul und Klauenseuche befällt Paarhufer wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen. An den Schleimhäuten besonders im Maul und zwischen den Klauen bilden sich schmerzhafte Geschwüre, so dass die Tiere nicht mehr richtig fressen oder laufen können.
Die Tiere stecken sich gegenseitig an. Wie aber kam es in diesem Fall zur Erst-Ansteckung?

“Es gibt drei mögliche Szenarien”, erklärt der Fachmann. Pierre-Jean Consalvi . “Zum Ersten ist da die Verbreitung durch die Luft, dann über das Wasser – und es gibt den menschlichen Faktor. Im ersten Bericht, der der Öffentlichkeit am Dienstag vorgelegt wurde, konnte Verbreitung durch die Luft ausgeschlossen werden. Bleiben noch Wasser und Mensch. Auf diese beiden Wege konzentrieren sich die Ermittlungen”. Dieser Erreger ist besonders widerstandsfähig, er kann monatelang im Boden oder im Stroh überdauern. Bei Befall hilft deshalb nur eine umfangreiche Desinfektion mit Ameisensäure oder Hitze von mehr als 60 Grad. Der Fachmann weist darauf hin, dass dieser Virus zwar bei den entsprechenden Tieren bei Paarhufern hochansteckend sei dass aber für den Menschen keine Ansteckungsgefahr bestehe. Seine Firma, deren Europa-Zentrale im französischen Lyon liegt, arbeitet in dieser Situation eng mit den britischen Behörden zusammen. Die haben, um eine weitere Verbreitung der Seuche zu verhindern, bereits 300.000 Einheiten Impfstoff bestellt.