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Parlaments- und Präsidentenwahl in Sierra Leone

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Parlaments- und Präsidentenwahl in Sierra Leone

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Im westafrikanischen Staat Sierra Leone waren an diesem Samstag rund 2,6 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über ein neues Parlament und einen neuen Staatspräsidenten abzustimmen. Für die regierende Volkspartei ging Vize-Präsident Solomon Berewa ins Rennen, weil Präsident Ahmed Tajan Kabbah nach zehn Jahren nicht mehr kandidieren durfte. Als weiterer Favorit galt der Kandidat der oppositionellen einstigen Einheitspartei, Ernest Koroma. Außerdem tritt Charles Margai von der Volksbewegung für demokratischen Wandel an. Mit einem Ergebnis wird in gut zwei Wochen gerechnet. Der Wahlauftakt verlief friedlich. Vor den Wahllokalen bildeten sich trotz schlechten Wetters lange Schlangen. Zuvor hatte es Befürchtungen gegeben, dass Gewalt und heftiger Regen den Wahlgang beeinträchtigen könnten. In Sierra Leone war im Jahr 2002 war nach elf Jahren ein grausamer Bürgerkrieg zu Ende gegangen, bei dem mehr als 50 000 Menschen ums Leben kamen. Die Infrastruktur im Land ist noch immer nicht wieder aufgebaut. Im Kern ging es um die Kontrolle des Diamantenhandels. Sierra Leone ist trotz seines Reichtums an Rohstoffen eines der ärmsten Länder der Welt. 70 Prozent der gut fünf Millionen Einwohner leben unter der Armutsgrenze.