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Die Nachteile von Bio-Kraftstoff


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Die Nachteile von Bio-Kraftstoff

Die Menschheit sucht nach Alternativen. Vor allem für ihre schrumpfenden Energiereserven, deren exzessive Ausbeutung etwa als Kraftstoff auch noch die Umwelt mehr und mehr belastet.

Doch immer wieder zeigt sich, dass jede Superidee irgend einen Haken hat. So ist es auch mit dem sogenannten “Bio-Kraftstoff”.

Aus vielem, was auf den Feldern wächst, lassen sich Antriebsmittel für Autos herstellen. Aus Ölfrüchten wie Raps kann man Bio-Diesel machen, aus Zuckerrohr und anderen zucker- und stärkehaltigen Feldfrüchten kann man Ethanol machen, das dann das gängige Benzin ersetzen soll.

Fangen wir mit Ethanol an. Das ist der gute alte Ethyl-Alkohol, der durch Destillation nach alkoholischer Gärung aus Getreide, Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen wird.Bio-Diesel ist der Methyl-Ester eines pflanzlichen oder tierischen Öls.

Schon der Erfinder des Otto-Motors verwendete um 1860 Ethanol für Verbrennungsmotoren. Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhundert – nach der ersten großen Ölkrise – begannen neue Forschungen. Nun angetrieben von ökonomischen wie mehr und mehr auch ökologischen Interessen.

Bei der Produktion von Bio-Diesel haben die Deutschen die Nase vorn. 45 Prozent Anteil weltweit! Sie konsumieren fast die Hälfte der Weltproduktion von 4 Millionen Tonnen.

Bio-Ethanol aus Zuckerrohr lohnt sich vor allem für Länder mit tropischem oder subtropischen Klima, weshalb auf die EU ganze 10 Prozent der Weltproduktion von 36 Millionen Tonnen entfallen.

Aber damit sich die Massenproduktion lohnt, wird auch hier wieder intensiv in das Gleichgewicht der Natur eingegriffen. Mit Pestiziden, durch den enormen Wasserbedarf der Pflanzen und mit Abholzen großer Wälder, was der brasilisanische Umweltexperte Carlos Eduardo Young am meisten kritisiert. Er sagt: “Brasilien erzeugt drei Viertel seines Ausstosses an Treibhausgasen durch die Vernichtung von Wäldern.”

Da wird abgeholzt, um Platz zu schaffen für neue Zuckerrohrplantagen .Wo abholzen nicht schnell genug geht, wird abgefackelt – und damit erzeugen die Feuer jene Schadstoffe, die der Weltmarktführer bei Bio-Ethanol in den Autotanks mit der Massenproduktion von Ethanol aus Zuckerrohr doch gerade einsparen will.

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