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Sechsfachmord von Duisburg mit Mafia-Hintergrund?

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Sechsfachmord von Duisburg mit Mafia-Hintergrund?

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Während die deutsche Polizei noch vor voreiligen Schlüssen warnt, ist für italienische Ermittler alles klar: Das Blutbad von Duisburg ist demnach eine weitere Eskalation in einem jahrealten Blutrache-Streit zwischen zwei Familien aus der Ndrangheta, der Mafia von Kalabrien im äußersten italienischen Süden.

Italiens Innenminister Giuliano Amato sagt, vorangegangen sei in diesem Streit ein anderer Mord in San Luca, einer Hochburg der Ndrangheta. Einer der damals Beteiligten sei unter denen, die jetzt in Duisburg getötet wurden.

Mit einem Mord letztes Jahr zu Weihnachten war die Blutfehde zwischen beiden Familien nach längerer Zeit trügerischer Ruhe wieder aufgeflammt: Allein in den letzten Monaten wurden elf Menschen umgebracht, dazu kamen weitere Mordversuche.

Auch Italiens oberster Anti-Mafia-Ermittler Pietro Grasso bestätigt die Verbindung nach Duisburg: Und er fügt hinzu, es sei etwas völlig Neues, dass solche Rachemorde im Ausland verübt würden.

Die Ndrangheta hat sich aus dem Schatten der berühmteren sizilianischen Cosa Nostra längst herausgearbeitet. Vor allem im Kokainhandel ist sie heute eine der stärksten Gruppen in Europa, noch vor den Kartellen aus Kolumbien.

Sie beruht weit stärker als die Cosa Nostra auf Blutsverwandtschaft; das macht es auch der Polizei schwerer, dort einzudringen. Trotzdem gelang letzten Monat die Festnahme von Giuseppe Bellocco, einem der Bosse der Ndrangheta.