Eilmeldung

Eilmeldung

Regierungsbildung in Belgien vorerst ausgesetzt

Sie lesen gerade:

Regierungsbildung in Belgien vorerst ausgesetzt

Schriftgrösse Aa Aa

Ein Mann auf dem Weg zum König – und er hat keine angenehmen Nachrichten. Mehr als zwei Monate lang hat der Sieger der letzten Wahl in Belgien verhandelt: Aber eine Regierung, die er führen könnte, hat Yves Leterme bis heute nicht. König Albert II. greift jetzt selber ein: Er kündigt neue Beratungen an, die Koalitionsgespräche werden ausgesetzt. Sie sind spät am letzten Abend sowieso praktisch gescheitert: “Wir haben eben unsere Überzeugungen,” sagt Joelle Milquet, die Chefin der wallonischen Christdemokraten, nach den Unterredungen. “Und seine Überzeugungen verschleudert man nicht so einfach.”

Das Land ist geteilt, in das reiche Flandern und das ärmere, französischsprachige Wallonien, dazu kommt die Region um die Hauptstadt Brüssel. Der Spagat gelingt kaum noch: Leterme, früher einmal Regierungschef von Flandern, will nun mehr Eigenständigkeit für die einzelnen Landesteile. Prima Idee, sagen die Flamen; nicht mit uns, meinen die Wallonen. Sie befürchten, in Zukunft noch schlechter dazustehen. Leterme braucht zum Regieren aber sowohl seine eigenen flämischen Liberalen als auch die wallonischen. Dazu kommen die Christdemokraten, ebenfalls je eine Partei von jeder Seite: Zu beneiden ist dieser Mann nicht.