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Deutsche Helferin in Afghanistan entführt

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Deutsche Helferin in Afghanistan entführt

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In Afghanistan ist eine deutsche Frau entführt worden. Das teilt das dortige Innenministerium mit. Die Frau, eine 31-Jährige aus Süddeutschland, arbeitet für eine Hilfsorganisation, die die Entführung ebenfalls bestätigt. Sie wurde aus einem Imbiss in der Hauptstadt Kabul verschleppt.

Ein deutscher Mann, der zusammen mit ihr dort war, blieb unbehelligt. Polizisten schossen noch auf das Auto der Entführer, töteten dabei aber einen Taxifahrer. In dem Stadtteil haben viele Hilfsorganisationen ihren Sitz. Die entführte Frau wohnte auch dort und besuchte den Imbiss regelmäßig.

Erst letzten Monat wurden in Afghanistan zwei deutsche Ingenieure entführt. Einer von ihnen ist inzwischen ermordet worden, der andere ist nach wie vor in der Gewalt seiner Entführer.

Auch Südkorea bemüht sich weiter um die Freilassung von Geiseln in Afghanistan. Allerdings sind die direkten Gespräche mit den Entführern, den Taliban-Rebellen, nach deren Angaben jetzt gescheitert. Neunzehn Geiseln sind es noch: Zwei wurden getötet, zwei weitere Anfang der Woche freigelassen.

In der Nähe der südafghanischen Stadt Kandahar kam es außerdem zu einem erneuten Anschlag. Ziel war eine Fahrzeugkolonne, die von einer amerikanischen Sicherheitsfirma geschützt wurde. Ein Selbstmordattentäter fuhr aber mit einem Auto voll Sprengstoff in die Kolonne. Auch ein Kleinbus mit dreizehn Menschen auf der Gegenfahrbahn wurde zerstört. Fünfzehn Menschen starben – afghanische Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, aber auch Zivilisten, unter ihnen Frauen und Kinder.

In Deutschland sind inzwischen die Leichen der in Afghanistan getöteten deutschen Polizisten eingetroffen. Die drei Männer waren bei Kabul auf eine Mine gefahren. Das Bundeswehr-Flugzeug mit den drei Särgen landete auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Dort gab es eine Trauerfeier mit den engsten Angehörigen, danach eine offizielle Zeremonie im Berliner Dom.