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Adullah Gül, türkischer Außenminister, will neuer Staatspräsident werden.

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Adullah Gül, türkischer Außenminister, will neuer Staatspräsident werden.

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Heute stimmt das türkische Parlament in erster Runde darüber ab. Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP hatte Außenminister Abdullah Gül nominiert. Gül versprach daraufhin, die Demokratie zu schützen und die Trennung von Staat und Kirche zu wahren. Abdullah Gül kann damit rechnen, spätestens im dritten Wahlgang am 28. August, die erforderlichen Stimmen zu bekommen.
In den ersten beiden Wahlgängen ist eine Zweidrittelmehrheit nötig, danach reicht die einfache Mehrheit. Die Wahl Güls war im Frühjahr erstmals gescheitert. Hunderttausende Menschen hatten gegen seine Präsidentschaftspläne protestiert. Die Militärführung drohte mit Machtübernahme, sah die vom Staatsgründer Kemal Attatürk verfügte Trennung von Staat und Religion gefährdet. Neuwahlen wurden nötig, die die Regierungspartei AKP mit 47 Prozent der Stimmen gewann.

Die oppositionelle Republikanische Volkspartei wirft Gül weiter die schleichende Islamisierung der Türkei vor und will die erneute Wahl boykottieren. Der türkische Staatspräsident wird für sieben Jahre gewählt.