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Rumänien: Bukarest will Blumenstände der Sinti und Roma verbieten

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Rumänien: Bukarest will Blumenstände der Sinti und Roma verbieten

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In Bukarest haben Sinti und Roma Angst um eines ihrer Geschäfte seit Generationen – den Blumenhandel. Geht es nach den rumänischen Behörden, soll im Kiosk von Georgiana keiner mehr Blumen kaufen. Ihr Vater sei demonstrieren gegangen, so Georgiana, denn die Behörden wollten ihren Stand verbieten. Dabei würden die Blumen doch die Schönheit Bukarests ausmachen: Menschen und Touristen liebten sie.

Rund 700 Bumenstände gibt es in der Zwei-Millionen-Stadt. Einer neuen Verordnung zufolge sollen sie alle geschlossen werden. Seit dem EU-Beitritt am 1. Januar versucht Rumänien, den Straßenhandel zu regulieren. Auch Zeitungen gibt es seither nicht mehr auf der Straße, sondern nur noch in Kiosks. Bukarests Sinti und Roma fühlen sich bedroht. Der Blumenhandel ist eine ihrer Haupteinnahmequellen, oft seit Generationen. Eine alte Frau sagt, sie verkaufe Blumen seit sie sieben Jahre alt sei, und ihre Mutter habe Blumen verkauft bis sie starb. Nachdem der Vater im Krieg gefallen sei, habe sie damit ihre drei Kinder ernährt.

Die Demonstranten zogen zum Rathaus, um Beschwerde gegen die geplanten Schließungen einzureichen. Ihre Hoffnung liegt jetzt bei Präsident Traian Basescu. Denn als füherer Bürgermeister von Bukarest hatte er die Blumenstände gestattet.