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"No-Go-Areas" in Ostdeutschland?

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"No-Go-Areas" in Ostdeutschland?

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Eine offene Debatte über den Rassismus, das fordern gestern Demonstranten in Mügeln, aber nicht nur die: Der Zentralrat der Juden in Deutschland sieht nach der Hetzjagd auf acht Inder in der sächsischen Kleinstadt auch weiter “No-Go-Areas” im Osten des Landes. Der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, wirft der Bundesregierung schwere Mängel bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus vor.

Während die Wirtschaft Standortnachteile wegen Ausländerfeindlichkeit fürchtet, schlägt der Vorfall auch diplomatische Wellen: Die indische Botschafterin Meera Shankar forderte von der deutsche Regierung Maßnahmen, damit künftig solche Ereignisse nicht mehr vorkämen.

In der Kritik steht auch der Bürgermeister von Mügeln, Gotthard Deuse. Nach dem Vorfall hatte er einen rechtsextremen Hintergrund kategorisch ausgeschlossen – nun fragt er sich, warum niemand eingegriffen habe: “Ich verstehe es eigentlich auch nicht, warum man da nicht sofort mitgeholfen hat hier Einhalt zu gebieten. Ich denke mal, es war die Angst, die bei vielen Bürgen da geherrscht hat.”

Eine Angst, die es möglich machte, dass über 50 Jugendlichen ihre Opfer durch die Stadt trieben, und dabei – auch das wurde schnell bekannt – dabei rechtsradikalen Parolen grölten. Die Täter griffen anschließend eine Pizzeria an, in der die Inder Zuflucht suchten. Erst ein Großaufgebot der Polizei konnte die Angreifer stoppen. Aber: die Ordnungshüter erschienen erst eine Stunde nach Beginn der Hetzjagd vor Ort.