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Simbabwe: Menschenrechtsverletzungen, Hyperinflation und wirtschaftliche Rezession

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Simbabwe: Menschenrechtsverletzungen, Hyperinflation und wirtschaftliche Rezession

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Simbabwe wurde früher mal die Kornkammer Afrikas genannt. Das ist sehr lange her. Heute stehen die Menschen Schlange für Lebensmittel. Aber die Läden sind leer. Brot, Milch und Zucker sind Mangelware, nur selten gibt es Fleisch. Die Regierung hat die Ladenbesitzer gezwungen, die Preise um 50 Prozent zu senken. Seitdem horten viele ihre Waren.

Seit acht Jahren rutscht Simbabwe tiefer in die wirtschaftliche Rezession. Die Arbeitslosenquote liegt bei achtzig Prozent. Die Inflationsrate ist die höchste der Welt.

Für die westlichen Mächte gibt es einen Verantwortlichen: Rober Mugabe, seit 1980 an der Macht, dem Jahr der Unabhängigkeit. Der wiederum sieht im Westen den Schuldigen, der sein Land mit Sanktionen knebele.

2002 ließ Mugabe alle weißen Bauern zwangsenteignen. Die Höfe wurden von Banden, beauftragt von Mugabe, zerstört und besetzt. 95 Prozent des Ackerlandes, das weißen Bauern gehörte, wurde so enteignet und neu verteilt. Eine Politik, die das wirtschaftliche Gleichgewicht des Landes aus den Angeln hob.

Und diese Politik wird fortgesetzt: Im Parlament, das seit diesem Mittwoch tagt, geht es um ein umstrittenes Gesetz. Es soll sicherstellen, dass 51 Prozent aller börsennotierten Unternehmen in Simbabwe in den Händen von Schwarzafrikanern sind. 35 ausländische Firmen sind betroffen. Um die Folgen der Hyperinflation zu erleichtern, hat die Regierung Ende Juli die Banknote über 200.000 Simbabwe-Dollar herausgegeben.

Zudem schlagen Menschenrechtsorganisationen Alarm: Unangemeldete Demonstrationen werden unverzüglich niedergeschlagen.

Um sich seine Wiederwahl zu sichern, lässt Mugabe pünktlich zu den Präsidentschaftswahlen im März die Wahlkreise neu ordnen – zu Gunsten der ländlichen Bevölkerung, unter der Mugabe die meisten Unterstützer findet.