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Griechenland erlebt die Hölle - und die Gefahr ist nicht gebannt

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Griechenland erlebt die Hölle - und die Gefahr ist nicht gebannt

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Mehr als 50 Tote wurden bislang gefunden. Die Zahl dürfte weiter steigen, da viele Menschen in ihren Dörfern eingekesselt sind. Ihnen bleibt oft nur, selbst zu löschen zu versuchen, denn die Feuerwehr ist angesichts der Vielzahl der Brände hoffnungslos überlastet. Allein fünf junge Leute kamen nach Medienberichten auf der Insel Euböa ums Leben, als sie ihr Dorf vor den Flammen retten wollten. Das Feuer fraß sich inzwischen auch bis zu den Olympischen Stätten der Antike vor. Das Museum, der Heilige Hain und das antike Stadion blieben nach ersten Berichten zwar weitgehend verschont, doch sei die Umgebung zustört. Am heftigsten wüten die Flammen weiter auf der Peleponneshalbinsel und bei Athen. Die zahlreichen Brandherde haben bei Regierung und Medien den Verdacht auf Brandstiftung insbesondere durch Bodenspektulanten erhärtet. Das Fernsehen zeigte Bilder von zwei Verdächtigen wenige Minuten nach Ausbruch eines Feuers bei Athen. Die Feuerwehr soll zudem mitten im Wald Gasflaschen gefunden haben, die als Brandsatz an ein Handy gekoppelt waren.

Den Opfern bleibt oft nichts als das nackte Leben: Dies sei sein Haus gewesen, klagt ein Grieche vor den rauchenden Trümmern. In zehn Minuten sei das Feuer ins Dorf gedrungen, sie hätten sich auf den Hügel gerettet. Später hätten sie zu löschen versucht. Die Feuerwehr sei erst spät gekommen, weil die Straße blockiert war. Viele Griechen sind vom Anblick verkohlter Nachbarn traumatisiert. Bei Radio und Fernsehen gingen ständig Hilferufe eingeschlossener Bürger ein. Derweil streitet die Politik wenige Wochen vor der Parlamentswahl über Verzögerungen bei den Lösch- und Rettungsarbeiten