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Marokkos weltliche Elite fürchtet erstarkenden Islamismus bei der Wahl

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Marokkos weltliche Elite fürchtet erstarkenden Islamismus bei der Wahl

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In Marokko hat der Wahlkampf begonnen: Mehr als dreißig Parteien treten zur Parlamentswahl am 7. September an. Und bei den Politikern der säkularen Elite macht sich die Sorge breit, dass der Islamismus im Land an Einfluss gewinnt. Denn besonderen Stimmenzuwachs sagen die Umfragen der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung vorher, kurz PJD. Sie verficht einen moderaten Islamismus. Ihre Spitzenpolitiker weisen jeglichen Verdacht einer Islamisierung von sich und konzentrieren ihren Wahlkampf vielmehr auf die Korruption. Und damit treffen sie den Nerv vieler Bürger in der konstitutionellen Monarchie: Diese fühlen sich von der Elite abgehängt.

Daran konnten auch die Reformen, die König Mohammed der Sechste eineitete, nicht viel ändern: Trotz eines neuen Sozialprogramms sind Arbeitslosigkeit und Armut weit verbreitet. Ein marokkanischer Journalist ging so weit, öffentlich den Sinn der anstehenden Parlamentswahl in Frage zu stellen, da schließlich am Ende doch der Monarch die wahre Macht habe. Das brachte ihm ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigung ein. Der Prozess wurde auf den kommenden Freitag verschoben.