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Zähe Ermittlungen im Fall Rhys Jones

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Zähe Ermittlungen im Fall Rhys Jones

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Sieben Jugendliche hat die Polizei im englischen Liverpool inzwischen festgenommen; zwei weitere sind auf Kaution frei. Sie alle, unter ihnen zwei Mädchen, könnten mit dem Mord an dem elfjährigen Rhys Jones etwas zu tun haben, ob als Verdächtige oder als Zeugen. Als Zeugin sucht die Polizei jetzt auch eine Frau mit Kinderwagen, die am Tatort gesehen wurde. Wer etwas wissen könnte, sagt aber offenbar nichts: Die Ermittler kommen Tage nach der Tat kaum voran. Jetzt verweisen sie sogar auf einen möglichen Zeugenschutz: “Klar haben die Leute Angst,” sagt ein hoher Polizeioffizier; “das ist normal. Aber auf diese Menschen kommt es jetzt an. Wir haben Möglichkeiten, diejenigen zu schützen, die etwas aussagen”. Um den getöteten Jungen ging es auch im Stadion des FC Everton, des zweiten großen Fußballvereins in Liverpool – Everton war der Lieblingsklub von Rhys Jones. Er selbst, sein Bruder und sein Vater hatten hier Jahreskarten.

Vor dem Erstligaspiel gegen Blackburn applaudierten die vierzigtausend Zuschauer für Rhys; lieber das als eine Schweigeminute, so wollte es seine Familie. In der Halbzeitpause appellierte die Polizei auch an die Fans im Stadion, mögliche Informationen nicht zurückzuhalten. Der elf Jahre alte Junge wurde am Mittwoch von einem Jugendlichen erschossen. Warum er sterben musste, ist nach wie vor ein Rätsel. Es gibt keine Tatwaffe, keine Patronenhülsen und vor allem: nicht die Spur eines Motivs. Inzwischen hält es die Polizei auch für möglich, dass Rhys einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war.